David Bögner aus Kärnten war als Freiwilliger in Belgien von September 2019 bis August 2020 tätig.

Hi. Mein Name ist David (19 Jahre aus Klagenfurt) und ich hatte die Ehre im Jahr 2019/20 an einem Freiwilligendienst im Rahmen des Europäischen Solidaritätsprojekts teilzunehmen. Ich arbeitete für elf Monate in Mechelen, Belgien bei der internationalen Freiwilligenorganisation AFS, die für ihre Schüleraustauschprogramme bekannt sind. Gearbeitet habe ich dort konkret im Kommunikations- und Marketing-Team. Meine Hauptaufgaben waren die Sozialen Medien der Organisation zu führen, die Website zu verbessern und zu Events gehen, um die Organisation zu vertreten.   
Nach diesem kurzen Überblick über mein Projekt, möchte ich euch die Top 5 Highlights meines Freiwilligendienstes mitgeben.

Meine Gastfamilie

Das erste Highlight zieht sich als roten Faden durch meinen ganzen Aufenthalt – meine Gastfamilie. Es ist an sich nicht häufig, dass Freiwillige in einer Gastfamilie untergebracht werden, jedoch bot es mir meine Organisation an und ich nahm das Angebot an. Ich hatte in meinem Leben schon diverse Auslandsaufenthalte, bei denen ich bei einer Gastfamilie untergebracht war, jedoch konnte keine Familie meine eigene ersetzen – diese tat genau das. Ich lebte mit meinen Gasteltern, vier Geschwistern ungefähr in meinem Alter, einem Hund, zwei Katzen, drei Schildkröten, drei Hühnern und einigen Fischen zusammen in einem Vorort von Antwerpen. Sie haben mich wie ein Familienmitglied aufgenommen und sich um mich gekümmert und dennoch alle Freiheiten gegeben.

ESK Community

Das vielleicht größte Highlight sind die Menschen, die man im Ausland trifft. Idealerweise gibt es zu Beginn und während des Aufenthalts mehrtägige Trainings, bei denen man einerseits mit sinnvollen Tipps für den Aufenthalt, aber vor allem mit vielen geschlossenen Freundschaften das Camp verlässt. Spätestens ab diesem Camp, hatte ich kein Wochenende, an dem ich nichts zu tun hatte. Immer lud eine*r der Freiwilligen die anderen ein und so lernte ich nebenbei auch noch ganz Belgien kennen. Die „ESK-Bubble“ besteht aus lauter offenen jungen Menschen mit unterschiedlichen Herkünften und Geschichten. Ein Roadtrip durch ganz Europa ist in den nächsten Jahren schon fix eingeplant – um das Buchen von Unterkünften brauche ich mich nicht kümmern.

Reisen

Dieses Highlight habe ich wohl schon kurz eingeleitet, jedoch möchte ich es dennoch genauer ausführen. In meiner Zeit habe ich nicht nur ganz Belgien erkunden, sondern auch neun weitere Länder besucht – und das, obwohl ich drei Monate aufgrund des Lockdowns zuhause verbracht habe. Gegen Ende meines Aufenthalts ist sich sogar noch eine 2-wöchige Interrail-Reise mit zwei weiteren Freiwilligen ausgegangen.

Freiwilligenarbeit

Die Überschrift heißt Freiwilligenarbeit und nicht Arbeit. Aus gutem Grund, denn obwohl ich Vollzeit „gearbeitet“ habe, hat es sich nie wie Arbeit angefühlt, weil meine Tätigkeiten alle direkt in meinem Interessensbereich lagen und weil meine Kolleg*innen einfach super waren. Ein weiterer Grund war die Abwechslung. Wenn ich montags an einem Event der VUB Universität in Brüssel meine Organisation vorstelle, am Dienstag den Wochenplan für Instagram erstelle, am Mittwoch mit einem Praktikanten (einer meiner besten belgischen Freunde) Plakate in ganz Gent aufhänge, donnerstags Interviews organisiere und diese am Freitag durchführe, vergeht die Woche wie im Flug. Ideal war auch, dass ich meine eigenen Ideen umsetzen konnte und mir immer volles Vertrauen gegeben wurde. Im Frühling durfte ich eine ganze Marketing-Kampagne leiten!

Lerneffekte

Auch wenn es sich nie nach dem uns üblichen Lernen (wie in der Schule) angefühlt hat, habe ich in diesen elf Monaten sehr viel gelernt. Das wohl beeindruckendste ist, dass ich bereits im Dezember (Drei Monate nach meiner Ankunft) meine erste vollständige Präsentation auf Flämisch halten konnte. Gerade in diesem Fall hilft es, wenn du eine Gastfamilie hast, die mit dir 24/7 in der Fremdsprache redet. In meinem ersten Monat besuchte ich auch jeden Vormittag die Sprachschule während meiner Arbeitszeit. Neben der Sprache sind es so viele andere Kompetenzen, die ich mir während dem Arbeiten selbst erlernte (Adobe Skills, Website Skills, Social Media…). Viele verirrten sich einfach durch das Leben in einer anderen Kultur von selbst in mein Gedächtnis.

Abschließend kann ich nur sagen ich würde es jedem empfehlen, diese Chance zu nutzen. Wir können uns glücklich schätzen, dass die EU diese Projekte so unterstützt, dass sie für jeden leistbar sind. Ich habe in diesem knappen Jahr so viel fürs Leben dazugelernt – wenn ich mich noch einmal entscheiden müsste, würde ich mich kein bisschen anders entscheiden.

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